Dùn Èideann oder auch Festung am Hügelhang

 

15. - 18.09.2018

 

 

 

Also bevor ihr nun lange rumrätselt was damit gemeint ist, darf ich Euch verraten daß mit dem gälischen Ausdruck "Dùn Èideann"  Edinburgh gemeint ist und dies so viel wie "Festung am Hügelhang" bedeutet.

 

Nun rätselt ihr wahrscheinlich noch mehr......warum erzählt uns Mamsen dies ??

Doch ganz einfach, Mamsen war im September mal kurz in Edinburgh zu einem äusserst schönen, amüsanten und vor allem in-Erinnerung-bleibenden Mädelstrip. Und ja, ich bestehe auf die Bezeichnung Mädelstrip, denn Begriffe wie "Alte-Damen-Trip" oder gar "Seniorentour" hören sich für mich immer noch nicht so dolle an und wollen sich erst gar nicht in meinem Hirn einnisten......grins

 

Zurück zu Edinburgh.......also eine meiner Besten (also Freundin) und ich kamen mal wieder auf die Idee sich in einer schönen Stadt zu treffen und diesmal wurde es eben Edinburgh. Stand auch schon laaaange auf meiner Wunschliste.....

So fielen wir uns also an einem schönen Samstag Nachmittag im September am Edinburgher Flughafen in die Arme......meine Freundin reiste aus München an, ich kam aus Kristiansand angeflogen.

 

Und nach vielen Umarmungen und "ach-wie-schön-dass-es-endlich-geklappt-hat" machten wir uns mit dem Airlink-Bus, der rund um die Uhr vom Flughafen ins Zentrum fährt, auf den Weg. In weiser Voraussicht haben wir ein Bed&Breakfast mitten im Zentrum gebucht um so gleich mitten im Geschehen zu sein und nicht täglich erst noch "anreisen" zu müssen.

Das Elder York Guesthouse erwies sich auch als recht gemütlich, das English Breakfast als lecker und das Personal war sehr freundlich. Nur der Blick in den Innenhof und auf die angrenzende Baustelle war nicht so berauschend.......doch was will man mitten in einer Stadt anderes erwarten. Zum Glück hielt sich der Lärmpegel in Grenzen.

 

Im Guesthouse angekommen verstauten wir nur schnell unsere Köfferchen im Zimmer, denn wir wollten unbedingt gleich wieder los um noch die letzten Sonnenstrahlen zu nutzen bevor sich diese in die Dämmerung verabschiedeten.

Und so haben wir an diesem Tag eigentlich nichts Besonderes unternommen, drehten einfach mal nur eine Runde durch das Zentrum um schon den ersten Überblick zu erhalten und vor allem aber auch um sich ein Abendessen zu gönnen......und mal davon abgesehen, so hatten wir uns ja auch erstmal viel zu erzählen.....zwinker.

 

 

Am nächsten Tag sind wir dann natürlich früh wieder los und haben die ein oder andere Ecke dieser schönen Stadt etwas genauer unter die Lupe genommen. Und was ich hier gleich erwähnen darf......gutes Schuhwerk ist für einen Besuch in Edinburgh ein MUSS ! Es gibt so unglaublich viel zu sehen und erkunden, so daß man schon auf einige Kilometer täglich zurückblicken kann.

 

Wir jedenfalls sind fleissig umherspaziert.......wie z.B. auf der Royal Mile, die vom Edinburgh Castle bis zum Holyroodhouse Palace (dem schottischen Wohnsitz der britischen Königin) führt und mit ihrem mittelalterlichen Ambiente sowie unzähligen Souvenirshops und Pubs zu den Hauptattraktionen der Altstadt gehört.

Beim Blick in die Shops könnte man fast meinen die halbe Stadt besteht nur aus Karomustern und was die unglaublich vielen Pubs betrifft......so kommt man da natürlich unweigerlich auf den Gedanken, daß die Trinkfestigkeit der Schotten nicht die Schlechteste sein muss.....grins

 

Unter anderem schlenderten wir auch über den Grassmarket, oder durch den Princes Street Gardens der einen guten Blick auf die Festung am Hügelhang bietet, ebenso über die Princes Street (Shoppingmeile) oder auch hoch auf den Calton Hill wo verschiedene Denkmäler stehen und wohl der beliebteste Ausblick auf die Stadt zu finden ist. Der Besuch der Ausstellung "Camera Obscura" stand ebenso auf dem Plan.

 

Dazwischen kehrten wir selbstverständlich auch hin und wieder mal in ein nettes Café oder Pub ein, das viele Rumlaufen musste ja belohnt werden.....und ausserdem brauchten die Füsschen mal `ne Pause.....;-)

 

Und wer zum ersten Mal nach Edinburgh reist, dem sticht sicherlich eine Farbe ins Auge.....nämlich braun-grau oder grau-braun....wie auch immer....

Es macht den Eindruck als wäre die ganze Altstadt aus Sandstein gebaut, denn wo man auch hinsieht, überall dominieren die verschiedensten Brauntöne, mal mit Gelbstich, mal mit Graustich.......hat vermutlich auch mit der jeweiligen Sonneneinstrahlung zu tun. Aber andererseits ist Grossbritannien ja bekannt dafür, daß sich alte Gemäuer gerne in diesen Farben und speziell in Sandstein zeigen.

 

Weiterhin findet man in der Altstadt natürlich jede Menge kleine, verwunschene Gassen und Nischen und manchmal tönt auch etwas Dudelsackmusik durch die Strassen, denn die Edinburgher haben da schon so manchen Schotten, ausstaffiert mit Kilt und Dudelsack, in den Strassen platziert. Die Touristen wollen ja unterhalten werden......zwinker.

 

Jedenfalls bietet die Altstadt mit ihrem historischen Flair wieder genug Möglichkeiten um sich gedanklich ein paar Jahrhunderte zurückzuversetzen und sich schmucke Ritter, heldenhafte Schotten in karierten Röcken oder auch gewiefte Gauner in dunklen Gassen vorzustellen. Oder vielleicht auch wie sich Schotten und Engländer mal wieder gegenseitig eins über die Mütze ziehen.......

Funktioniert natürlich nur, wenn man sich die Unmengen von Touristen wegdenkt.

 

Für viele allerdings ist Edinburgh mehr die Stadt von Sherlock Holmes oder vor allem auch von Harry Potter, denn J.K.Rowling hat ja ihre Bücher in dieser Stadt geschrieben und sich also vom Edinburgher Ambiente zu ihren Geschichten inspirieren lassen. Sei es auf dem Friedhof Greyfriars, wo ein Grabstein von McGonagall sowie von Tom Riddle steht (allerdings mit etwas abgeänderter Schreibweise) oder die Privatschule George-Heriot-School, die ebenso in 4 Häuser bzw. Türme aufgeteilt ist wie Hogwarts. Allerdings ist diese Schule nicht zu besichtigen.......denn sie ist mit hohem Zaun und Kameras versehen und somit gut abgeschottet. Wir konnten nur mal unsere Nasen durch die Zaunlatten recken und einen kleinen Blick riskieren.

 

Übrigens gibt es eine nette Geschichte zum Friedhof Greyfriars........dort hat 18hundertirgendwas ein Hund namens Bobby 14 Jahre lang das Grab seines Herrchen gehütet. Und als er mit 16 Jahren starb hat man ihn wohl heimlich (Tiere sind dort ja nicht erlaubt) auf diesem Friedhof begraben. Ein Bildhauer hat dann kurz darauf eine lebensgroße Statue von Bobby angefertigt, die seitdem gegenüber vom Friedhof steht und natürlich eine Touristenattraktion geworden ist (wir konnten sie nicht bewundern, da sie sich wohl gerade beim Restaurieren befand).

 

 

Doch weiter geht's mit dem Mädels-Trip......wobei wir uns nun bereits dem Ende nähern....

Auch am dritten Tag schafften wir einige schottische Meilen, wir liefen nämlich bis nach "Dean Village", ein Vorort Edinburghs, welcher also schon fast im Grünen liegt und mit seinen malerischen Häusern einen eher ländlichen Eindruck macht.

Man hat dort auch gar nicht mehr so das Gefühl in einer Großstadt zu sein......die Häuser sind kleiner und schnuckeliger, kaum Touristen, der Strassenlärm fehlt.....fast so als wär hier die Zeit stehengeblieben.

 

Nach einem Rundgang durch den Ort wanderten wir von dort weiter entlang des kleinen Flusses "Water of Leith" und der Weg führte uns durch ein fast schon märchenhaftes Waldstück und brachte uns letztendlich zum Botanischen Garten. Dieser stand nämlich auch auf unserer Edinburgh-To-Do-Liste.

 

Und nach ausgiebiger Begutachtung vieler schöner Pflanzen und dem Gefühl teilweise im Dschungel gelandet zu sein (die haben dort ganz tolle Gewächshäuser) schlenderten wir am Nachmittag wieder zurück ins Zentrum, drehten nochmals eine Runde durch die Altstadt, hörten wieder den Dudelsackklängen zu und ließen unsere Gedanken dabei ein letztes mal ins mittelalterliche Dùn Èideann abdriften........bevor wir schließlich in ein gemütliches Pub einkehrten um uns ein Abendessen zu gönnen.

 

 

Am nächsten Tag hieß es dann leider schweren Herzens wieder Abschied nehmen und nach mehreren Umarmungen und "ach-wie-schade-dass-es-schon-vorbei-ist" stiegen wir in die jeweiligen Flieger um zu unseren Familien zurückzukehren.

 

Und mein Fazit lautet: Edinburgh ist eine wunderschöne und vor allem vielseitige Stadt, die wohl für fast jeden Besucher etwas zu bieten hat. Und wer auf alte Gemäuer und historische Geschichten steht ist hier sowieso am richtigen Platz.

Doch auch hier gilt - die Zeit ist der Feind eines jeden Kurztrips.......denn da es so viel in Edinburgh zu sehen gibt, bräuchte man mindestens 1 Woche um alles zu schaffen.

Oder man macht es wie ich........sich ganz fest vornehmen wiederzukommen....zwinker.

 

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