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Freitag, 17. November 2017 - 09:00 Uhr

Arctic Summer Feeling.......( Teil 10 ).....

 

........oder   "wir nähern uns dem Nordpol"

 

Nun ja, Nordpol ist natürlich etwas übertrieben........doch so weit im Norden waren wir ja bisher noch nie. Und die MS FRAM schipperte gerade zielstrebig auf die Inselgruppe Svalbard (auf Deutsch: Spitzbergen) zu, welche ja immerhin zwischen dem 74. und dem 81. Grad nördlicher Breite angesiedelt ist. Und für unsereiner ist das schon sehr weit oben ! (dagegen liegt das Südkap von Grönland ja fast schon im Tropischen....grins)

 

Doch nun hatten wir also die letzten beiden Tage der Kreuzfahrt vor uns und da die Strecke zwischen Jan-Mayen und Svalbard ja auch nicht gerade kurz ist, kamen wir so nun nochmals in den Genuß eines Seetages. Und zwar einem ziemlich relaxten Seetag !

Wir haben nicht wirklich was Besonderes gemacht.......einfach nur den faulen Tag genossen, das einzig Lehrreiche dürfte der Besuch im "Labor" gewesen sein. Ihr dürft Euch da nun natürlich kein richtiges Labor vorstellen.......aber das Team baut gerne, wenn Zeit ist, einige Mikroskope auf und so können die Passagiere all die vielen kleinen Lebewesen im Meer mal durch dieses Gerät bewundern. Und ich muß sagen, es ist schon interessant so ein Tierchen, welches man mit blossem Auge kaum erkennen kann, dann in Groß zu sehen. Außerdem erklärt die Biologin immer viel und weiß Interessantes zu berichten.

 

Im Laufe des Nachmittages kam wieder Wellengang auf, doch diesmal war Mamsen etwas schlauer, hörte auf die Durchsagen bzw. die guten Ratschläge und verteilte rechtzeitig Ingwerkapseln und Armbänder gegen Seekrankheit. Und schon machte uns der Tanz auf den 4-5 Meter hohen Wellen auch nichts aus.

Nur die für den Abend eigentlich geplante Crewshow musste ausfallen........denn bei dem Seegang wären die Auftritte etwas zu riskant gewesen.

 

 

 

 

am letzten Tag........Svalbard taucht auf

 

Dann kam auch schon der letzte Tag auf dem Schiff, sogar mit viel Sonnenschein und einigermaßen ruhiger See, so daß Kapitän Ole wohl gleich mal etwas heftiger das "Gaspedal drückte".........denn plötzlich hatten wir viel früher als geplant die Kulisse von Spitzbergen vor uns.

Ganz klar, daß wieder alle Touristen mit ihren Kameras an der Reling hingen.....

 

 

 

 

 

 

Und das flotte Tempo von Ole bescherte allen Passagieren einen zusätzlichen Ausflug !   Freu.....

Das Expeditionsteam nutze diese zusätzlichen Stunden die nun zur Verfügung waren spontan für einen extra Landang und war sogleich mit der Organisation beschäftigt.

Am sog. Alkhornet durften wir an Land gehen um uns etwas in der Natur von Svalbard umzusehen. Die Betonung liegt auf "etwas".......denn auf Svalbard wohnen ja bekanntlich Eisbären und so darf man hier nur in bewaffneter Begleitung und eben nur in vorgegebenen Gebieten losziehen.

Doch diese Einschränkung störte uns nicht wirklich.......wir freuten uns einfach nur auf einen extra Besuch in der Natur Svalbards.

So ging es also ein letztes Mal runter in die Stiefelkammer um das passende Schuhwerk zu finden und die Crew war bereits fleissig am Tendern um Vorbereitungen an Land zu treffen (also das Gebiet zu markieren welches betreten werden darf und die Wachposten samt Flinte aufzustellen).

Und schon bald konnte man dann an Land wieder überall rote Gestalten rumwuseln sehen (also diese Hurtigrutenjacken sind allein deswegen schon praktisch weil man damit leichter den Überblick über die Passagiere hat.....zwinker......einfach nur den roten Punkten folgen).

 

am "Alkhornet" durften wir nochmals an Land gehen....

 

die FRAM ankerte in der Bucht.....

 

...und schon ging's los mit Tendern

 

 

Wir wanderten auch fleissig umher und bewunderten die karge Landschaft. Natürlich wächst auch hier kaum Grünzeug........es wirkt eigentlich fast noch karger als Jan-Mayen. Doch immerhin, ein paar Flechten und klitzekleine Blümchen konnte Mamsen schon ausfindig machen.

 

 

 

 

 

         

 

 

 

meine Männer im Gespräch mit Expeditionsleiter Jim

 

auch die gegenüberliegenden Inseln boten einen schönen Anblick

 

 

 

 

Schließlich und endlich mussten wir aber auch hier wieder den Rückzug antreten und die MS FRAM nahm Kurs auf die letzte Station, Longyearbyen.

Auf dem Weg dorthin schipperten wir noch an der herrlichen Kulisse von Svalbard vorbei und konnten so den ein oder anderen Gletscher in der Ferne ausmachen. Am Abend fand dann noch die Crewshow statt, so daß also auf den letzten Metern vor dem Ziel noch angenehme Unterhaltung herrschte.

 

immer wieder herrliche Kulissen

 

 

 

         

 

 

Verabschiedung von Kapitän und Mannschaft sowie Versteigerung von Flaggen und Karten

 

         

 
 

 

die Crew erfreute uns mit Tanzeinlagen und Gesang  (und manche haben wirklich fantastische Stimmen)

 

In Longyearbyen war dann Endstation dieser Tour und die meisten Passagiere mussten bereits in den sehr frühen Morgenstunden zum Flughafen aufbrechen um ihre Flüge zu erreichen. Nur eine Handvoll Passagiere (auch wir) durften bis zum Morgen durchschlafen und verließen das Schiff erst nach dem Frühstück.

Das waren dann die Leute, die noch einen oder mehrere Tage in dieser Stadt bleiben wollten. Wir hatten ja auch noch einen extra Tag hier geplant mit den Gedanken "wenn man schon mal hier ist" .......und......"wer weiß ob man je wieder herkommt"........so brachen wir also mit unserem Gepäck und vor allem bißchen Wehmut auf um an Land zu gehen. Nach knapp zwei Wochen an Bord fiel es schon etwas schwer die Schiffsplanken zu verlassen......

 

So, aber von unserem letzten Tag dann in Longyearbyen erzähle ich beim nächsten Mal !

 


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Sonntag, 12. November 2017 - 18:00 Uhr

Novembersonne.......

 

Also heute machen wir mal kurz Pause von all den vielen Sommerurlaubsberichten und ihr dürft dafür mit uns durch den Wald stapfen. Hat auch was, oder ?

 

Und da die Sonne sich heute zum Sonntag extra viel Mühe gab kam bei uns die Idee auf mal wieder in die Natur zu ziehen, die einen mit Angelruten, die anderen mit Proviant und Kamera ausgestattet.......zwinker.

 

 

Felix (er hatte ein freies Wochenende und wird momentan gerade vom weltbesten Schüler-Shuttleservice zu seinem Dampfer zurückgefahren) und Florian wussten von einem schönen Plätzchen wo man nicht nur Angeln sondern auch Wellen gucken kann. Also haben wir kurzerhand Proviant in den Rucksack gepackt und sind losmarschiert. Nur, daß der Weg den die Beiden wählten nicht unbedingt Mamsentauglich war...........ich hätt ja schon fast ein Buschmesser benötigen können........daher hab ich auf dem Rückweg dann auf einen vernünftigeren Pfad bestanden.

 

So, doch nun dürft ihr gucken.  Wünsche Euch allen einen guten Start in die Woche !

 

heute morgen waren es noch -4 Grad

 

hier der vernünftige Waldweg

 

 

und bei so kleinen Naturwundern wie Flechten, kann Mamsen einfach nicht vorbeigehen....

 

 

 

Grillpause....

 

 


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Montag, 6. November 2017 - 09:00 Uhr

Arcitc Summer Feeling.......( Teil 9.2 ).....

 

.....oder  "wohin mit all dem Fisch?"

 

 

Ihr erinnert Euch......wir waren gerade auf der Insel Jan-Mayen, haben den Vormittag an Land verbracht und für den Nachmittag war nun ein Highlight für unsere Jungs geplant !

 

Nach dem Mittagessen ging es also endlich los !  Felix und Florian freuten sich riesig auf den Ausflug !  Wir Vier und zwei Franzosen wurden auf zwei Boote verteilt. Felix und die beiden Franzosen starteten mit dem 1. Techn. Offizier, während Florian, Micha und ich mit Maja, der 1. Naut. Offizierin, ins Boot stiegen. Ja und ab da schwebten unsere Jungs wohl im siebten Angelhimmel !

 

 die Boote wurden zu Wasser gelassen....

 

 .....und schon ging's los

 

 Anfangs hatte auch Micha noch Gelgenheit zum Angeln, während Mamsen ganz

gemütlich ihre Beinchen hochlegte......

 

 ......und die herrlichen Farben der Insel bewunderte

 

 

 

Und wir durften feststellen, wer Fisch haben will der sollte nach Jan Mayen reisen ! Dort gibt's Fisch ohne Ende ! Man könnte fast schon sagen, daß die Dorsche im Minutentakt angebissen haben und mein Weltbester kam hier ganz schön ins Schwitzen. Er durfte nämlich all diese Fische vom Haken nehmen und ihnen den Garaus machen und war nach einer kurzen Weile bereits durchgeschwitzt. Er selbst kam kaum noch zum Angeln, da Flori und Maja ständig einen Dorsch an der Angel hatten.

Ich selbst hab natürlich nicht geangelt.......war aber gut damit beschäftigt die fleissigen Angler nebst Fisch mit der Kamera bildlich festzuhalten. Ausserdem kamen immer öfters Sonnenstrahlen durch die Wolken und die Landschaft von Jan-Mayen wirkte mit all ihren Strukturen und Farben gleich noch faszinierender als vorher. Da konnte ich den Auslöser kaum ruhig halten.....zwinker.

Übrigens !  Die Spitze vom Beerenberg hatte sich doch tatsächlich auch noch kurz aus ihrem Versteck gewagt und man konnte einen Blick auf den kompletten Vulkan werfen !  Welch ein herrlicher Tag !

 

 die Spitze des Beerenberg zeigte sich zwischendurch mal kurz

 

Soll ich evtl. noch was zu diesem Vulkan erzählen und Euch noch mehr langweilen ?  hehe

Aber ich fasse mich kurz: Der Beerenberg ist 2277m hoch und wie schon erwähnt Norwegens einzigster Vulkan, aber auch der nördlichste (über dem Meeresspiegel) gelegene aktive Vulkan der Welt.

Der letzte etwas größere Ausbruch war im Jahre 1970 und ein etwas kleinerer im Jahre 1985. Beide Male kam aber niemand zu Schaden.

Eine Besteigung des Beerenberges kommt nicht allzu oft vor, eben wegen den erwähnten, oft schlechten Wetterverhältnissen rund um die Insel. Und wenn die Gelegenheit dazu doch kommt und man die 2277m (man bedenke - hier von Meereshöhe aus !) erklimmen kann, so muß man dies ohne Unterbrechung tun. Denn Hütten zum Übernachten gibt's nicht, Zelte mitschleppen ist auch nicht gerade günstig, denn die Schönwetterphasen halten oft nur kurz an und man muß evtl. "schnell" wieder runter. So eine Beerenberg-Ersteigung dauert also ungefähr 16-17 Stunden......und wäre Mamsen dabei, sicherlich das Doppelte !! (sofern sie nicht unterwegs schon aufgrund extremer "nach-Luft-schnapp-Aktionen" kollabiert wäre.....).

Bevor hier aber nun einer von Euch in Bewunderung ausbricht von wegen "WOW - was die alles weiß".....grins......darf ich dazu sagen, daß ich diese Infos auch nur dem "Häuptling" von Jan-Mayen zu verdanken habe.....zwinker.

 

 

 strahlender Felix

 

 und schon wieder hingen zwei Dorsche am Haken

 

 strahlender Flori

 

 und so langsam wurde es eng im Boot

 

 an der FRAM wurde das Boot samt Fischen wieder hochgezogen

 

Doch zurück zur Angelei.........nachdem also die Boote bald voll mit Fischen waren und man schon gar nicht mehr wusste wohin damit bzw. wohin mit unseren Füssen und auch der Weltbeste mittlerweile keine Lust mehr hatte noch mehr Fische zu killen, steuerten die beiden Offiziere wieder die MS FRAM an.

Und an Bord wurde von der Mannschaft dann beschlossen, daß die Leute auf der Insel auch was davon haben sollen. So kam die Station also in den Genuß von ca. 350 kg Dorsch......und war den Rest des Tages mit filetieren beschäftigt.

 

Wir hingegen beschäftigten uns nur noch mit Entspannen auf dem Sonnendeck, um dabei auch die Abfahrt und somit die letzten Blicke auf Jan-Mayen genießen zu können. Und wir hatten jede Menge toller Eindrücke dieser kargen, aber auch wunderschönen Insel zu verarbeiten.

 

 die letzten Blicke auf die Insel

 

Zwischendurch hatten die Passagiere noch die Möglichkeit einen, in Einzelteile zerlegten Dorsch zu bewundern. Kristin, die Biologin des Teams, hatte einen unserer Fische mit an Deck genommen und ordentlich zerstückelt. Die Innereien waren zwar nicht gerade lecker anzusehen, aber doch interessant was man so im Mageninhalt vorfinden kann oder wie groß z.B. das Hirn eines Fisches ist........usw.

 

 

 und dann ging es einem der Dorsche an den Kragen.....

 

                                 

 und wohl auch an den Bauch.....

 

       

 das kleine Teilchen links ist übrigens das Hirn eines Dorsches.....wirkt klein im Vergleich zum Auge (rechts)

 

 

Am späteren Nachmittag fuhren wir dann übrigens direkt in eine Nebelbank hinein und uns wurde da nochmal sehr bewusst, wieviel Glück wir doch mit dem Wetter auf Jan Mayen hatten. Und überhaupt.......von Jan Mayen waren wir alle begeistert und diese Insel wird uns sicherlich ewig in Erinnerung bleiben !

 

Übrigens........wenn jemand interessiert ist ein kleines Filmchen über diese Insel zu sehen.......der klickt bitte hier:  Kurzes Video zu Jan Mayen

(dieses Drohnenvideo ist NICHT von mir......man kann es auf der Homepage von Jan Mayen finden).

 

 

 wir fuhren in eine Nebelbank hinein....

 

 

 .....und sahen bald gar nichts mehr

 

 Leb wohl "Jan-Mayen"

 

Bis demnächst.....


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