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Dienstag, 31. Oktober 2017 - 20:50 Uhr

Arctic Summer Feeling.......( Teil 9.1 )......

 

...... oder   "auch Norwegen hat einen Vulkan"

 

 

 da wo Båtvika steht sind wir an Land gegangen

 

 

Nach dem etwas grauen Wetter vom Vortag waren wir ja ein klein bisschen skeptisch was uns der neue Tag bringen würde. Für heute stand ein Besuch auf der Insel Jan-Mayen auf dem Plan.........und diese Insel - mitten in der rauen Grönlandsee - ist bekannt dafür, daß hier gerne mal der Sturm um die Ecken pfeift und man vor lauter tiefergelegten Wolken auch nicht viel zu sehen bekommt.

Und wenn man hier einen Besuch plant sollte man also auch auf Enttäuschungen vorbereitet sein, denn sind die Wellen zu hoch so ist kein Tendern möglich. Daher waren alle Passagiere auch schon mehr als neugierig, ob es denn nun mit dem geplanten Ausflug klappen würde.

 

Noch vor dem Frühstück mussten wir also unbedingt einen Blick riskieren und sind kurz raus an die Reling.......und wir wurden nicht enttäuscht !  freu....

Die Insel lag zwar noch im Morgengrauen vor uns, doch die See war einigermaßen friedlich und die Spitze des Beerenberg (Norwegen's einzigster Vulkan) zeigte sich noch in eine Wolke gehüllt. Aber wir haben uns sagen lassen, daß er dies gerne einen Großteil des Jahres tut und sein Haupt einfach nicht gerne der Öffentlichkeit präsentiert.

 

 

Wir konnten uns also erstmal beruhigt dem Frühstücksbuffet widmen und mit unserer Vorfreude schmeckte es gleich nochmal so gut. Vorfreude auch deswegen, weil wir nicht nur eine Insel besuchen würden wo man ja sonst vermutlich NIE im Leben hinkommt, sondern unsere Jungs durften sich nach viiieeelen Tagen absoluter Angelabstinenz endlich wieder ihrem heissgeliebten Hobby widmen. Als nämlich bekannt wurde, daß man nach Möglichkeit irgendwann und irgendwo während der Kreuzfahrt mal eine Angeltour anbieten würde, hat Mamsen gleich in weiser Voraussicht die Anmeldeformulare ausgefüllt (schließlich muß man den Nachwuchs ja bei Laune halten.....zwinker). Und heute sollte dieser Ausflug stattfinden !

Da nun wohl ein paar Leute mehr am Angelsport interessiert waren wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt, so daß die einen am Vormittag zum Fischfang aufbrachen und die anderen (nämlich wir) am Nachmittag.

Somit hatten wir also vorher noch Zeit die Insel zu erkunden.

 

mittlerweile lag die MS FRAM in der Bucht Båtvika vor Anker....

 

.....und Mamsen war sogleich begeistert von der kargen, aber faszinierenden Natur

 

der Beerenberg hüllte sich gerade wieder in Wolken ein

 

 

der erste Blick auf die Forschungsstation

 

Zuerst kam allerdings der Stationsleiter von Jan-Mayen auf das Schiff um den Passagieren ein paar Instruktionen mit auf den Weg zu geben wie sie sich auf der Insel zu verhalten haben. Z.B. ja keine Antennen anfassen (und davon stehen dort wirklich sehr viele rum), nicht von den Wegen abkommen....usw.)

Jan-Mayen ist ja eigentlich eine unbewohnte Insel, die aber für die Forschung genutzt wird und daher kann man auch in der dazugehörigen Forschungsstation immer ein paar Leute antreffen. Die Zahl variiert oft zwischen 15-20.......mal sind ein paar Forscher mehr da, mal ein paar weniger.

Auf der Insel können einem also Meteorologen über den Weg laufen, sowie Geologen, Ornithologen, und was weiß ich noch für .....logen, sowie ein paar Leute vom Militär. Und alle betreiben hier fleissig Forschung, doch was die Jan-Mayen-Bewohner selbst von ihrer Forschung halten........kann man auf einem Schild am Haupteingang lesen, ich übersetze mal:

 

Theorie ist, wenn man alles verseht - aber nichts funktioniert.

Praxis ist, wenn alles funktioniert - aber keiner versteht warum.

Hier auf dieser Station vereinen wir Theorie und Praxis,

so daß nichts funktioniert und keiner versteht warum.

 

 

Die komplette Insel steht übrigens unter Naturschutz doch zum Glück für uns hat aber Hurtigruten eine Sondererlaubnis, was uns wiederum nun einen herrlichen Tag bescherte. 

Am Vormittag ließen wir uns also zum Strand rübertendern und spazierten Richtung Forschungsstation.......es ging über schwarzen Lavasand, vorbei an abstrakten Felsformationen, vielen giftgrünen Moosfeldern und unterschiedlichsten Flechten und tatsächlich sogar an einigen hartnäckigen, Wind und Wetter trotzenden Blümchen. Die Sonne kam mittlerweile immer öfter zum Vorschein, Wind ging auch fast keiner und die See vor der Küste schimmerte teilweise spiegelglatt. Welch ein Glück wir doch hatten.....

 

mit dem Tenderboot ging's rüber

 

 

 

 

 

unglaublich, wo sich die Blümchen ihren Platz zum Leben suchen....

 

 

 

auf dem Weg zur Station

 

und schon wieder Touristen......grins

 

In der Station durften wir uns dann etwas umsehen und feststellen, daß es sich die Leute hier gutgehen lassen. Alles Wichtige für die Freizeit ist vorhanden, wie z.B. Billard, Tischtennis, Bar, Fernsehraum, Fitnessraum und sogar ein kleiner Pool mit dem netten Namen "Playa del Alge". Und auch ein winziger Souvenirshop für den Fall, daß doch mal ein paar Touris vorbeikommen und Postkarten oder gar ein T-Shirt wollen (denn wer kann schon sagen, daß er eine Postkarte von Jan-Mayen hat). Und überall findet man Vitrinen mit allerlei antiken Gegenständen die vom früheren Inselleben erzählen.......also fast schon wie im Museum.

 

               

hier die Bar und Aufenthaltsraum

 

Kaffee und Kekse wurden uns auch serviert und nach unserer Besichtigungstour trafen wir vor dem Eingang noch auf den "Häuptling" (er nennt sich selbst so), also den Leiter der Station, und kamen noch ins Gespräch mit ihm. Und neugierig wie wir nun mal sind, haben wir ihm allerhand Fragen gestellt.

 

in der Mitte mit Hut - der Høvding (Häuptling) von Jan-Mayen

 

Anschl. wanderten wir noch bisschen rum und da kam mir dann auch die Dame "schlimmer Finger" entgegen und als ich sie grüsste und meinte, daß es doch ganz schön warm hier auf der Insel sei (ich kam nämlich mit meiner Windjacke mittlerweile schon ins Schwitzen).......da guckte sie mich äusserst kritisch an und meinte "sie können ja doch sprechen".

Nun war ich perplex !  Sie hatte dies mal wieder in einem Ton erwähnt der jedem General Ehre gemacht hätte und ich war so überrascht über diese Aussage, daß ich momentan gar nicht wusste was ich sagen sollte und auch gleich krampfhaft nach einem Grund gesucht habe der ihr mürrisches Verhalten ausgelöst haben könnte (obwohl ich mir eigentlich keiner Schuld bewusst war).

Ich habe mich zwar wirklich nie großartig mit ihr unterhalten (eben wegen ihres "netten" Tonfalles), aber immerhin fleissig gegrüsst und mich freundlicherweise sogar mal nach dem Befinden ihres lädierten Daumen erkundigt.

Jedenfalls kam nun gleich noch eine Bemerkung hinterher......sie meinte nämlich auch noch, daß man von meinen Kindern auch keinen Ton hören würde und mein Mann wohl überhaupt nichts zu sagen hätte. Wie auch immer sie das nun gemeint hat..........

Ich bin nun einfach mal nicht auf ihre seltsamen Bemerkungen eingegangen und hab mich schnell nach ihrem Befinden erkundigt. Da wurde ihr Ton gleich etwas freundlicher.......

Ich vermute einfach mal stark, daß die Gute nur einsam ist und gerne jemanden zum Plaudern gehabt hätte. Denn wenn man sie während der Reise so beobachtet hat konnte man feststellen, daß sie gerne von Tisch zu Tisch gewandert ist, sich mal hier und mal dort einfach dazugesetzt hatte, gerade so als ob sie Anschluß suchen würde. Ich hoffe für sie, daß ihr die Reise - trotz der Sache mit dem Daumen - auch Spaß gemacht hat.

 

So Leute, ich schweife hier schon wieder ganz dolle ab und texte Euch mit nebensächlichen Ereignissen zu. Also zurück zum Geschehen.

Wieder auf der MS FRAM eingetroffen, stürmten wir - wie könnte es auch anders sein - das Mittagsbuffet. Reisen macht irgendwie extrem hungrig.......und Mamsen's Reichtum an Hüftgold stieg in unbekannte Höhen......

 

Und hier meine Lieben - machen wir mal kurz Pause. Ich hab natürlich noch viel von dieser schönen Insel zu berichten, aber die Fortsetzung folgt ein anderes Mal.........das würde nun zu viel werden.

 

 


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Sonntag, 29. Oktober 2017 - 17:40 Uhr

Die Hoffnung auf schönes Herbstwetter.....

 

.......hatte sich eigentlich fast schon in Luft aufgelöst. Doch siehe da.......

 

Endlich durften wir uns über ein wunderschönes, sonniges und einfach traumhaftes Herbstwochenende freuen ! Die Sonne lockte vor die Tür und man konnte so richtig schön durch's Herbstlaub rascheln.......oder auch Laub zusammenrechen.......jeder wie er's eben mag.

Wünsch Euch einen guten Start in die neue Woche !

 

die Waldpfade waren voll mit raschelndem Herbstlaub.....

 

im Garten kreierte der weltbeste Laubsammler schöne große Blätterhaufen.....

 

......um sich dann damit so richtig auszutoben !

 


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Samstag, 21. Oktober 2017 - 16:45 Uhr

Arctic Summer Feeling........( Teil 8 )......

 

.........oder   "Sushi Wikinger-Art"

 

Der nächste Tag bescherte uns wieder einen Sonne-Wolken-Mix am Himmel und so waren wir voller Zuversicht, daß es mit dem geplanten Ausflug klappen würde ohne die Regenausrüstung überziehen zu müssen.

 

Der erste Blick auf Stykkisholmur

 

im Hafen von Stykkisholmur

 

im Hafen von Stykkisholmur

 

Wir waren über Nacht übrigens in einem kleinen Ort namens Stykkisholmur eingetroffen, welcher an der Westküste Islands liegt und vom Fischfang und Tourismus lebt. Die Sehenswürdigkeiten des Ortes haben wir aber diesmal außer Acht gelassen, sondern dafür eine Tour mit einem der Ausflugsdampfer in die Inselwelt vor Stykkisholmur gebucht. Mamsen wollte nämlich endlich mal Papageientaucher sehen.

Ha.....weiß genau was ihr nun denkt.......nämlich  "sie war doch schon in Island".  Aaaaber..........fragt mich nicht warum, aber irgendwie hat es Mamsen vor einigen Jahren nicht geschafft während der zehn Tage auf Island auch nur einen einzigen dieser entzückenden Vögel vor's Auge zu bekommen.  Das sollte sich nun ändern !

 

In dieser vor uns liegenden Inselwelt soll es nämlich nur so wimmeln von Papageientauchern, Kormoranen und natürlich den allgegenwärtigen Möwen. Das Wetter spielte auch noch eine Weile mit.......teilweise konnte man zwar in der Ferne schon dunkle Wolkenberge ausmachen, aber es blieb während der Tour tatsächlich trocken.

Und diesmal hat es also nun wirklich geklappt.......jede Menge dieser wunderschönen Vögel wurden auf Flori's und meiner Speicherkarte verewigt und werden uns sicherlich auch immer in Erinnerung bleiben.

 

 

 

 

 

Möwen gab's natürlich auch mehr als genug....

 

.....sowie Kormorane

 

Zwischendurch haben dann die Bootsführer mal schnell ihr Fangnetz ausgelegt..........um es eine Minute später bis zum Bersten gefüllt wieder aus dem Wasser zu ziehen. Zeit für Wikingersushi !

Und ich kann Euch gar nicht beschreiben wie begeistert der asisatische Teil der Passagiere über die Meeresfrüchte hergefallen ist ! In Null komma Nix war alles weggefuttert. Da erkennt man doch gleich die Sushi-Experten.......zwinker.

 

 

Mamsen hat dann doch mal probiert.....

 

....doch die Asiaten konnten weitaus mehr Begeisterung hierfür aufbringen

 

 

Ich selbst war doch etwas zögerlich........hab's ja nicht so mit Meeresfrüchten (bin nun mal eher der Schweinsbraten-Typ)........höchstens mal ein paar Krabben auf`s Brot oder ins Rührei......aber dann hab ich doch all meinen Mut zusammengesucht und so eine Muschel probiert. Und ja......ich hab`s überlebt, wurde auch gar nicht grün im Gesicht und geschmeckt hat es einfach nur nach Meer. Aber wie gesagt, ich bleib lieber bei den Krabben, die schmecken mir besser.

 

Während also der Großteil der Passagiere am "Buffet" beschäftigt war, interessierte ich mich weitaus mehr für die verschiedensten Felsformationen die immer wieder am Boot vorbeizogen und die die Natur auch hier auf den Inseln als Kunstwerk hinterlassen hat. Immer wieder faszinierend......

 

 

 

 

 

 

Nach gut 2 Stunden rumtuckern und Vögelbewundern ging's auch wieder zurück nach Stykkisholmur, wo schon die Tenderboote auf uns warteten,  denn Kapitän Ole hatte vor bald den Anker zu lichten. Ausserdem begann es nun eh zu regnen......

 

irgendwie wurde es düster.....

 

 ....und Regenwolken und Sonnenstrahlen zauberten schöne Stimmungen

 

 

Der Rest des Tages diente dem Füsse-hochlegen und dem Bewundern der Küste. Vor den Fenstern zog nämlich die Kulisse der isländischen Westfjorde an uns vorbei......wenn auch teilweise in Regenwolken gehüllt.......aber dennoch imposant.

 

 

 

 

Am Abend zeigten uns ein paar Leute der Küchen-Crew noch wie man Eis- und Obstfiguren schnitzt und ansonsten war einfach nur Entspannung angesagt.

 

 

 

Ebenso der nächste Tag, der wieder ein Seetag war !  Mehr wie Lesen, Wellen gucken, Hörbuch hören und immer wieder viel zu viel Essen stand auch an diesem Tag nicht auf unserer To-Do-Liste.

 

Der einzig abwechslungsreiche Moment war die Polarzirkeltaufe. Da wir im Laufe der Nacht den nördlichen Polarzirkel überquert haben und es ja Tradition ist, daß man dann von Neptun getauft wird..........so wurde dies natürlich auch auf der MS FRAM zelebriert.

 

Aber es ist zum Glück freiwillig !  Trotzdem hatten sich tatsächlich einige tapfere Passagiere eingefunden und ebenso unser Felix meinte mutig genug zu sein !

Man darf sich also vor Neptun und dem Kapitän auf die Knie begeben und bekommt eine (große) Schöpfkelle voll Eiswasser in den Kragen gekippt.........und als kleine Wiedergutmachung (oder wohl eher um den momentanen Herzstillstand wieder in Schwung zu bringen) gibt's ein Stamperl Schnaps.

Nachdem also alle freiwilligen Passagiere getauft waren gab es für Praktikantin Erin noch ein besonders Schmankerl............sie bekam nicht nur eine Schöpfkelle voll Eiswürfel ab........Nein, für sie gab es den ganzen Eimer !  (und ich vermute mal ganz stark, daß alle neuen Crew-Mitglieder sich dieser Prozedur unterziehen müssen).

 

Neptun gibt sich die Ehre....

 

hier wird es kalt für Felix.....

 

....und für Praktikantin Erin waren dann auch noch ein paar Eiswürfel übrig   ;-)

 

Urkunde zur Belohnung

 

 

Der Seetag endete dann für uns mit einem Vortrag über die Insel Jan-Mayen, die für den nächsten Tag auf dem Plan stand, sowie der bekannten, und sehr schönen BBC-Dokumentation "Frozen Planet - Eisige Welten".

 

 

 

 Und irgendwann erzähle ich Euch noch mehr..........

 


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Samstag, 14. Oktober 2017 - 19:00 Uhr

Arctic Summer Feeling.......( Teil 7 ).......

 

......oder   "Pabstens wollen hoch hinaus"

 

 

Nach also zwei sehr gemütlichen Tagen auf See durften wir nun den ganzen Tag in Reykjavik verbringen. Und diesmal hatten wir wirklich viel Zeit.......die FRAM lag von 8.00 bis 20.00 Uhr im Hafen.

 

Noch vor dem Frühstück trafen wir auf den "schlimmen Finger". Die Dame saß bereits an der Rezeption und wartete auf ihren fahrbaren Untersatz der sie ins Krankenhaus bringen sollte, sowie auf Barbara (vom Expeditionsteam) als seelische Unterstützung. Und Nein, es ist nicht noch mehr Schlimmes passiert.......ihr gequetschter Finger sollte dort nur gründlich untersucht werden. Die Dame machte allerdings einen etwas nervösen Eindruck........gerade so als ob sie sich nicht sicher wäre, ob sie den Krankenhausbesuch auch überstehen würde ohne daß sie die Reise abbrechen oder gar der Finger dran glauben muß. Ich hatte etwas Mitleid mit ihr und konnte ihr nur Glück wünschen (stellt Euch vor, man träumt jahrelang von sooo einer Reise und dann müsste man wegen eines gequetschten Fingers abbrechen........grausamer Gedanke).

 

Wir Vier zogen nach dem Frühstück gleich mal los um in der Stadt etwas zu rumzubummeln. Für diesen Tag hatten zwar auch wir eine Tour gebucht, aber vorher war noch etwas Zeit für Sightseeing übrig. So wurden also erstmal die Läden nach Postkarten durchstöbert, dann nach isländischen Strickanleitungen gesucht (also natürlich nur Mamsen), immer wieder die farbenfrohen Häuser und Graffiti bewundert, bevor wir uns dann schließlich an der berühmten Hallgrimskirche einfanden um dort den Turm zu erklimmen. Und die Aussicht von dort über ganz Reykjavik kann ich nur empfehlen !

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, daß wir einigermaßen schönes Wetter hatten ?  Ich nenn sowas immer Sonne-Wolken-Mix.......also jedenfalls schön und vor allem trocken genug für Sightseeing.

 

               

 

               

 

               

 

Hallgrimskirche

 

 Blick von der Turmspitze

 

Bald aber wurde es Zeit in Richtung Flughafen aufzubrechen, denn wir hatten uns für diesen Tag einen Hubschrauberflug organisiert. Und ihr könnt Euch vielleicht denken, daß wir uns megamässig darauf freuten, auch etwas nervös waren (da ist ja dann doch immer wieder so ein kleiner Gedanke im Hinterstübchen "kommen wir auch wieder heil runter?") aber nun trotzdem voller Vorfreude loszogen.

 

Am Flughafen wurde uns nach der Anmeldung gleich der Pilot vorgestellt und als wir feststellen durften daß er Däne ist (wenn auch ein grönländischer Däne), war Mamsen gleich mal etwas erleichtert.......denn Mamsen kann ja fast kein Englisch mehr. Und das Dänische ähnelt dem Norwegischen sehr, somit war die Verständigung etwas einfacher.

Nachdem dann alles Wichtige, was Verhaltensregelen und Sicherheit betraf gesagt war, holte sich Lars (der Pilot) die Startgenehmigung und wir hoben ab.

 

4 aufgeregte Touristen !

 

Und ich weiß gar nicht wie ich diese Momente eigentlich beschreiben soll.......

Ein großes Flugzeug nimmt ja ordentlich Anlauf bevor es in die Luft steigt........aber hier erhebt man sich einfach in die Luft und hat sofort das Gefühl zu schweben. Und die ersten Bedenken waren auch schon in diesem Augenblick vergessen.......es war einfach nur genial !

 

Nachdem Lars vorschriftsmässig über die Landebahn geschwebt war ging es hoch in die Luft und der Blick auf Reykjavik war hier ja nochmal um einiges besser als von der Kirchturmspitze.

Ab hier begann dann das "Genießen"  !   Und auch meine Männer machten den Eindruck als wären sie begeistert !

 

 Felix genoss den Blick in der ersten Reihe neben Lars

 

Man konnte nur noch staunen wie die Welt von oben aussah. Die Stadt von oben mit klitzekleinen Menschen und Spielzeugatos, die Küste mit ihren vielen kleinen Booten und Schiffen, die unterschiedlichen Farben des Wassers zeigten von oben die unterschiedlichen Meerestiefen,  und dann - als es ins Landesinnere ging - die unglaublich vielen Strukturen und Farben der isländischen Natur !

Island von oben ist nochmal ein ganz anderes Kapitel als wenn man mit dem Auto durch die Landschaft fährt. Als wäre man auf einem anderen Planeten mit giftgrünen Moosfeldern, Flüssen die sich durch Lavageröll schlängeln, Kraterlandschaften, Wasserfälle und die Kontinentalspalte von oben.......und immer wieder Strukturen.

Ja ja, ich geb`s ja zu, ich hab vor einigen Jahren, nach unserer ersten Islandreise, schon sooo von dieser Natur geschwärmt und war bereits damals schon total begeistert und fasziniert...............doch nun von oben, zeigte es sich noch spektakulärer als von unten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Zwischendurch war auch ein kurzer Halt geplant und unser roter Heli landete auf einer saftig grünen Wiese zwischen nebelverhangenen Hügeln und isländischem Geruch - Schwefel.

Lars führte uns zu einem dieser Blubberlöcher wo es schön heiß vor sich in brodelte, dampfte und stank. Doch die isländischen Schafe schienen diese Stelle zu lieben und unser Flori hätte am liebsten mit ihnen Freundschaft geschlossen......diese zogen es jedoch vor gleich mal die Flucht zu ergreifen.

 

das was hier so raucht ist  NICHT der Heli   ;-)

 

               

 

 

 

Nach vielen Fragen unsererseits und reichlich Input von Lars hoben wir nach ca. 20 Min. wieder ab und........flogen leider ins schlechte Wetter.

Es begann zu regnen. Die ganze Tour hätte eigentlich 1 1/2 Std. gedauert aber aufgrund der Wetterverhältnisse mussten wir auf den letzten Teil des Fluges (ca. 15 min.) verzichten und Lars steuerte direkt wieder Reykjavik an. Dort flog er dann für uns noch extra tief über die FRAM hinweg bevor er Kurs auf seinen Parkplatz am Flughafen nahm.

 

 

die MS FRAM aus der Luft gesehen

 

Aber auch der Regen und der etwas verfrühte Abbruch konnte uns die Stimmung nicht vermiesen. Wir waren begeistert von diesem Hubschrauberflug und hatten einfach enorm viel Spaß !  (und Mamsen träumt seither insgeheim schon vom Nächsten........grins)

 

Mit äusserst zufriedenen Gesichtern wanderten wir dann also wieder zurück ins Zentrum........der Regen war übrigens wieder weg (typisch !).....und gönnten uns einen Zwischenstopp in einem Café.

Danach sind wir erstmal zurück zur MS FRAM geschlendert um eine kleine Pause zu machen, bevor es zum nächsten Ausflug ging. Als Mamsen nämlich erfuhr, daß man zusätzlich zum Programm kurzfristig noch einen Kurs "Isländische Pralinen selber machen"  anbot.....und Mamsen ja bekanntlich für Schokolade so einiges tut........die Jungs ebenso Interesse zeigten......hatte Mamsen kurzfristig noch alle angemeldet.

Das Praktische an diesem Kurs war - der Kurs kam zum Schiff in den Hafen, wir mussten also nicht noch großartig irgendwohin gehen oder fahren. Der Pralinenproduzent hatte einen fahrbaren Untersatz samt Kücheneinrichtung.

 

vorm Schokoladen-Trailer

 

Und da sich von den übrigen Passagieren keiner für diesen Kurs angemeldet hatte (war wohl wirklich zu kurzfristig)..........so begleiteten uns ganz spontan ein paar Leute vom Expeditionsteam. Dominic - der Fotograf, Judith - die für die Koordination verwantwortlich ist und Erin - die Praktikantin. Der Schoko-Trailer stand direkt vorm Bug und nach kurzer Einweisung und Einkleidung (Schürzen und Handschuhe) durften wir auch schon mit der Schokolade experimentieren. Dominic scheint eine Vorliebe für Whisky zu haben (und damit ist er sicher nicht der Einzigste......grins) und wollte unbedingt Whisky-Pralinen herstellen. Wir hatten da natürlich nichts dagegen (gegen einen ordentlichen Whisky ist ja nichts einzuwenden)..........nur für unsere Jungs gab`s dann natürlich die Ohne-Schnaps-Variante !

Meine Portion Pralinen hat die Reise leider nicht überlebt.........sie waren einfach zu lecker und ich hab fleissig gefuttert !  Meine Männer waren etwas standhafter und haben sich ihre Schokoleckereien gleich in den Koffer gepackt und erst zu Hause davon genascht.

 

Mittlerweile war übrigens die Dame "schlimmer Finger" wieder an Bord zurück mit guter Nachricht - der Finger durfte dranbleiben und sie die Reise fortsetzen ! Nun stolzierte sie also wieder über die Schiffdecks.......mit frisch bandagiertem und vor allem hocherhobenen Daumen........und erzählte jedem der es hören wollte (oder auch nicht) von ihrem Tag im Krankenhaus.

 

Doch schließlich und endlich ging die Zeit auch in Reykjavik dem Ende zu........wir standen an der Reling und genossen einen letzten Blick auf die Stadt, welche im schönsten Abendlicht leuchtete.  Eines ist jedenfalls sicher.........auch diesmal haben wir enorm viel Eindrücke von dieser Insel im Gepäck !

Und da wir heute schon mal beim Thema Whisky waren.......gab`s als heutigen Absacker einen Single Malt.......

 

Hallgrimskirche und Konzerthaus im Abendlicht

 

 

Fortsetzung folgt......

 


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Donnerstag, 5. Oktober 2017 - 10:15 Uhr

Arctic Summer Feeling.......( Teil 6 ).....

 

.....oder  "zwei Tage Seele baumeln lassen"

 

Also diesmal werd ich Euch nicht ganz so sehr zutexten........nun hatten wir nämlich zwei Seetage vor uns und die sind ja bekanntlich nur für eine Sache wichtig......nämlich dem Nichtstun !!  

 

 

Die stürmische See vom Vorabend war also überstanden und die Höhe der Wellen somit um einige Meter geschrumpft........was bedeutete, daß alle Passagiere wieder Lust auf Frühstück hatten !

 

Nun hatten wir zwei Tage vor uns an denen das einzigst Anstrengende höchstens das "Füsse-hochlegen" war........zwinker  ! 

Zwei Seetage, die zu nichts anderem animierten als intelligent auf die Wellen zu gucken, Krimis zu lesen, Handyspiele zu zocken (Mamsen spendierte ihren Jungs endlich mal eine Internetverbindung), Hörbücher zu hören und somit also Erholung pur zu genießen.

 

Man wurde auch nicht ständig abgelenkt von irgendwelchen faszinierenden Küstenstreifen die an einem vorbeizogen, malerischen Fjordkulissen oder idyllischen Buchten in der grönländischen Pampa die unbedingt einen Blick und Bewunderung verdient hätten und man brauchte keine Rücksicht nehmen auf anstehende Ausflüge und dem dadurch verschobenen Tagesrythmus.

Also nicht, daß ihr nun meint eine Kreuzfahrt wäre stressig......so war es nicht gemeint !   Aber trotzdem hat so ein Seetag zwischendurch schon auch was. Man kann wunderbar entschleunigen und sich wirklich nur dem "Seele-baumeln-lassen" widmen.

 

Wellen gucken......

 

dem Hörbuch lauschen.....

 

.....und einfach Nichts tun

 

 

Am Vormittag des ersten Seetages hatten wir aber zumindest eine Verabredung auf der Brücke. Das war aber auch schon so ziemlich der einzigste Termin der während der beiden Seetage angesagt war. Doch eine Brückenbesichtigung lassen wir uns nie entgehen und ist immer interessant. Nach der Führung kamen wir auch noch ins Gespräch mit Kapitän Ole und als wir erwähnten, daß Felix sich auf der "Sjøkurs" (dem Schulschiff) beworben hatte (Felix wusste zu der Zeit nur noch nicht, ob er angenommen werden würde), kam Ole gleich begeistert ins Schwärmen, daß es doch eine so tolle Schule wäre und hat uns noch bisschen vom Matrosenleben erzählt.....

 

zu Besuch auf der Brücke

 

...und Kapitän Ole hat 'ne Menge Gehilfen im Ausguck sitzen......   ;-)

 

Der zweite Seetag bescherte uns dann sogar traumhaftes Wetter !  Obwohl mitten auf dem Atlantik, die See war trotzdem ruhig und fast strahlend blauer Himmel dazu. Es dauerte auch nicht lange, bis so ziemlich alle Liegestühle von sonnenhungrigen Passagieren belagert wurden. Ein Jäckchen war zwar schon sinnvoll, aber dann konnte man es sehr gut draußen auf Deck aushalten.

Und tatsächlich sah man dann am Abend ganz viele, rötlich angehauchte Touristen umherlaufen.........und ja, auch wir haben etwas Farbe abbekommen.

 

Sonne tanken im Atlantik

 

So, das war's schon für heute..........dafür gibt's dann im nächsten Bericht wieder umso mehr......zwinker !     Bis bald.......

 


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Montag, 2. Oktober 2017 - 10:15 Uhr

Herbstferien.......

 

 

 ......und so richtig herbstliches Wetter

 

Es regnet und stürmt. Und das schon seit ein paar Tagen. Und auch nicht gerade wenig. Seit heut Nacht sind Überschwemmungen das Thema schlechthin, egal ob im Radio oder in der Zeitung......überall heißt es nur noch  "Land unter".

Bei uns direkt rund ums Haus ist nicht so viel davon zu sehen, mit Ausnahme dem Bereich zwischen Haus und Teich.......da könnte ich momentan gerade behaupten daß der Teich bald bis ans Haus ranreicht......aber nur fast.  Wir liegen ja zum Glück etwas erhöht. 

Aber in anderen Gegenden sieht es weitaus schlimmer aus.......manche sind komplett abgeschnitten weil Zufahrtsstrassen überflutet sind. Ebenso ist wohl einer der Tunnel in Kristiansand halbwegs unter Wasser, denn Michi musste sich heute einen anderen Weg zur Arbeit suchen.

 

Doch wenn man den Meteorologen (oder war's doch Petrus ?) glauben darf, so dürfte das Regenwetter ab morgen ein Ende finden. Wäre auch wirklich schön, denn Mamsen träumt schon seit Wochen von einem richtig tollen Herbstwetter. Nur ob das noch noch irgendwann kommt......?

 

Unser Nachwuchs lässt sich aber vom Wetter nicht abhalten........ja, die sind schon wieder beim Angeln. Wir haben übrigens gerade eine Woche Herbstferien was bedeutet, wir dürfen uns an Felix seiner Gegenwart erfreuen !

Am Wochenende war er auch gleich mit seinem Kumpel und dessen Familie auf Elchjagd.......aber auch die haben aufgrund des Regens bereits Sonntag Mittag die Tour abgebrochen.

Ich hoffe einfach, daß die restliche Woche der Ferien für die Beiden wettertechnisch, und auch sonst natürlich, noch einigermaßen schön wird.

 

Übrigens......was ich neulich schon mal erwähnen wollte.......unser Felix ist noch nie sooooooo gerne zur Schule gegangen wie zur Zeit auf seinem Schulschiff. Er strahlt immer richtig, wenn wir ihn bei seinem alten Dampfer abliefern.  So wenn's halt immer mit den Schülern wäre........

 

Hier übrigens mal ein Bild der aktuellen Schüler samt Kapitän mit ein paar Kollegen von der Sjøkurs..........."fesche Madln und Buam" täten wir in meiner alten Heimat sagen, und unser fescher Bua steht ganz rechts aussen  (und Mamsen guckt ganz stolz auf`s Bild......grins).

 

 

 

 

 

Noch schnell ein paar herbstliche Eindrücke von meinem Samstagmorgen-Spaziergang.   Ansonsten.......eine schöne Woche Euch allen !

 

                    

 

                     

 

 


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