Da war er wieder.......der frühe Vogel (lach)......also eigentlich saß ich ja jeden Morgen mit einer Tasse Tee an Deck und begrüsste die aufgehende Sonne. Und an diesem Tag mussten wir sowieso alle früh aus den Federn kommen, denn bereits um 7.30 Uhr wurden wir abgeholt. Heute stand ein Ausflug in Cai Be auf dem Plan.

Auch diese Stadt liegt noch im wunderschönen Mekong-Delta und ist daher mit einigen Flussarmen durchzogen auf denen sich das bunte Leben abspielt. Und ebenso wie in My Tho findet man rund um den Ort Obst, Gemüse und Reis in rauen Mengen, allerdings sind auch noch einige Handwerksbetriebe in Cai Be angesiedelt und genau diese durften wir heute besuchen.
Wir begannen mit der Herstellung von Reispapier. Dieses hauchdünne Papier habe ich während dieser Reise ja öfters auf dem Esstisch vorgefunden um mir damit leckere Sommerrollen zu kreiren. Doch hier erfuhren wir erstmal wie es überhaupt produziert wird und hätte ich das selbst herstellen müssen......bei mir wäre dieses hauchdünne Etwas sicherlich in Stücke gerissen.....lach
Doch die Leute hier beherrschen ihr Handwerk im Schlaf.

Dann durften wir noch die Produktion von Kokosbonbons beobachten und natürlich auch davon probieren, ebenso wie den Reisschnaps, Bananenschnaps und sogar Schlangenschnaps. Diesen habe ich jedoch nicht probiert......das hatte zwar nichts mit der Schlange im Behälter zu tun sondern eher mit der frühen Tageszeit.....grins.
Zu guter Letzt wurde uns dann noch gezeigt wie man in Vietnam Puffreis herstellt. Also die Vietnamesen wissen ihre Reisernte zu nutzen....kein Wunder wenn man so viel davon vor der Haustür hat, so hat man dann natürlich unzählige Möglichkeiten.

Nach all diesen interessanten Vorführungen gab es wieder einen Abstecher in eine Obstplantage. Ich dachte erst noch "zweimal hintereinander hätte nicht sein müssen, wir waren doch gestern erst im Obstparadies", allerdings kamen wir hier dann in den Genuss von noch ein paar anderen Früchten, die wir am Vortag nicht auf dem Speiseplan hatten.
Unter anderem auch die so schrecklich riechende Dorian-Frucht. Auch diese wächst hier ganz eifrig in der vietnamesischem Landschaft, doch der ein oder andere von Euch weiß ja sicherlich daß diese Frucht alles andere als gut duftet. Ganz klar, daß wir alle probieren durften, doch ich konnte mich beherrschen und widerstand eisern den vielen Vitaminen und der Versuchung .....zwinker......obwohl der Geschmack ja nicht so extrem wie der Duft sein soll.

Dieser Besuch in der Obstplantage wurde übrigens mit einer kleinen Vorstellung verschönert - es gab eine kleine Theatervorführung und die Leute hier erzählen ihre Geschichten nicht sondern führen diese mit vietnamesischen Singsang vor. Ungewohnt, aber trotzdem mal interessant zu sehen.
Zurück zu unserem Schiff ging es dann wieder mit kleineren Booten durch den Ort bzw. über verschiedene Flussausläufer und so kamen wir noch in den Genuß zu sehen wie die Menschen dort leben.
Den Nachmittag über verbrachten die meisten Passagiere wieder an Deck um die schöne Passage des "Vinh Te Kanal" zu bewundern. Hier gab es schwimmende Dörfer sowie schwimmende Fischzuchtanlagen zu sehen und die Ufer links und rechts waren oft mit unzähligen Reisfeldern dekoriert.

Gegen Abend erreichten wir dann den Ort Chau Doc wo das Boot die Nacht über verbringen würde. Sollte vielleicht erwähnen, daß die Flussschiffe hier auf dem Mekong nachts nicht fahren. Die Kapitäne können nur tagsüber auf Sicht fahren, Kartenmaterial gibt es wohl auch nicht, denn der Fluss verändert sich gerne und oft. Der Mekong hat sein Eigenleben....
Ich unternahm nach dem Abendessen noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt, nur um mal zu sehen was so los ist - und das war natürlich nicht wenig......wieder mal pulsierte hier das Leben auf den Strassen um das Neujahr zu feiern.
Ein geführter Ausflug hier in Chau Doc würde dann am nächsten Tag stattfinden.


































