Am nächsten Morgen hieß es dann also Chau Doc bei Tageslicht erkunden. Und es war wieder sehr interessant. Ich habe mich ja bereits in den ersten Tagen der Reise so ein klein bisschen in dieses Land verbliebt.......doch heute noch mehr und das lag einfach an den so besonders lieben Menschen hier.
Aber zurück zum Ausflug.....

Das am Mekong liegende Chau Doc befindet sich übrigens nur wenige Kilometer vom höchsten Berg des Mekong-Deltas entfernt, den Mount Sam (mit stolzen 284 Metern), auf welchem auch wohl schöne Pagoden und Tempel zu finden sind. Der Mount Sam ist eine Pilgerstätte und jährlich wandern unzählige Menschen dort hoch.
Wir haben diesen Heiligen Berg allerdings nicht besichtigt, ich wollte nur mal erwähnen, daß diejenigen unter Euch die gerne mal das Pilgern in Angriff nehmen wollen, auch hier ein sehr schönes Ziel hätten.....zwinker
Wir haben stattdessen das kleine Städtchen erkundet und tuckerten erstmal mit Booten zum Viertel des Cham-Volkes, welches überwiegend wohl aus Muslime besteht und daher auch Moscheen in dieser Ecke von Chau Doc zu finden sind.
Die Cham gehören zu ethnischen Minderheiten in Südostasien und sind überwiegend eben in dieser Ecke Vietnams, sowie in Kambodscha zu finden. Ganz viele von den Cham sind vor vielen hundert Jahren leider von den Vietnamesen getötet worden (weiß jetzt leider nicht mehr warum das damals so passierte, bin mir aber sicher, daß es auch für diesen Krieg eigentlich keinen vernünftigen Grund gegeben hat....), jedenfalls gibt es daher nicht mehr so viele von ihnen.
Sie haben übrigens ihre eigenen Schriftzeichen und einen eigenen Dialekt und unser Guide meinte, die Hautfarbe wäre etwas dunkler als bei Vietnamesen.....was mir jetzt aber gar nicht so aufgefallen wäre.
Die Cham wohnen gerne in Pfahlbauten und leben von Fischzucht und Handwerkskunst. Und die Frauen müssen wohl die reinsten Webkünstler sein, denn hier reiht sich eine Weberei an die andere.
Auch wir durften eine Weberei besuchen und die Stoffe die diese Damen mit ihren alten Webstühlen herstellen sind wirklich wunderschön. Man könnte schon in Versuchung kommen dort einzukaufen....

(die Leute hier haben voll die Kontrolle in ihrem Kleiderschrank......grins......soll heißen,
die Klamotten hängen überall schön in Reih und Glied auf der Stange vor den Fenstern)
Anschließend besuchten wir dann noch die schwimmenden Dörfer, die vor der Stadt an den Flussufern zu finden sind und bekamen die Gelegenheit eines der Häuser zu besichtigen. Und ich konnte festellen, daß die Leute hier unter ihrem Wohnzimmerboden Fische züchten ! (hmmmm....ob das eine Idee für meinen weltbesten Angler wäre ?......lach)
Also jedes Haus hat wohl eine Luke im Boden und wenn man die öffnet sieht man sogleich unzählige Fische die sich dort unter dem Haus tummeln. Die Leute befestigen riesige Bambus- oder Stahl-Netze unter dem Haus und züchten darin hauptsächlich Pangasius Fische. Und zum füttern einfach Klappe auf, Futter reinwerfen, warten bis die Fische groß sind - fertig......zwinker.
Jedenfalls war dies wieder super interessant zu sehen, wie die Menschen hier leben und arbeiten und anscheinend auch voll happy dabei sind.
Egal in welcher Ecke Chau Docs wir unterwegs waren, jeder - und ich meine nun wirklich JEDER - hat uns einfach nur freundlich begrüsst. Entweder gewunken, oder irgendwas in ihrem Dialekt zugerufen, oder einfach angelacht.....es hat mich total fasziniert welch unglaublich liebe Menschen hier wohnen !
Ich kann nur sagen - ich mag die Vietnamesen !



Mit den Booten ging es dann zurück zur "Lan Diep" - kurze "muss-mal-für-Kreuzfahrer-Pause" - und dann ging es zu Fuss weiter in die Stadt. Nun durften wir mit unserem Guide den Markt besuchen und er zeigte uns wieder allerhand interessante Objekte.....die ich eher nicht probieren würde. Doch schön wenn es den Vietnamesen schmeckt.
Ich konnte immer wieder feststellen, daß hier unglaublich viel "getrocknet" wird, egal ob Fleisch, Fisch, Obst und was weiß ich noch........alles liegt irgendwo zum Trocknen in der Sonne aus.......und das deutsche Gesundheitsamt würde hier wohl einen Herzinfarkt bekommen......grins.
Diese Region ist übrigens auch bekannt dafür, leckere Fischsaucen zu produzieren und exportieren. Die werden auch auf den Märkten, in Plastiktütchen, angeboten. Meist verwenden die Leute hier eine Sardellen-Art, die Fische werden in großen Töpfen mit Salz geschichtet, monatelang fermentiert und HippHurra, schon hat man eine kräftig riechende Sauce. Diese ist wohl auch in der vietnamesischen Küche gar nicht wegzudenken......
Wir jedenfalls bummelten nach dem Marktbesuch noch bisschen durch die Stadt, beobachteten das Treiben, besuchten den "Bo De Dao Trang-Tempel", der nun wieder zur buddhistischen Religion gehört. Es gibt auch noch eine katholische Kirche in Chau Doc und es ist einfach schön zu sehen, wie friedlich all diese verschiedenen Religionen hier nebeneinander auskommen.
Jedenfalls ging es dann für uns zurück zum Schiff, denn es war höchste Zeit für ein Mittagessen. Danach hieß es, Entspannen auf dem Sonnendeck und wieder Fluss gucken.....
Im Laufe des Nachmittags überquerten wir übrigens die Landesgrenze zu Kambodscha und gegen Abend schipperten wir in den Hafen von Phnom Penh, der Hauptstadt, ein. Und das war natürlich wieder ein großer Kontrast.......vom ländlichen Ambiente mit Reisfeldern und Fischerbooten zu kunterbunt beleuchteten Hochhäusern.
Wir durften an diesem Abend zwar noch nicht von Bord gehen, denn die kambodschanischen Behörden würden das Schiff erst am nächsten Morgen freigeben, aber mit einem leckeren Drink in der Hand die Skyline bewundern, war ja auch nicht schlecht.
























































