Am Abend war ich also wieder zurück in Vietnam, genauer gesagt in der Hauptstadt Hanoi, und auch hier funktionierte das mit dem "Fast-Track-Service" ganz wunderbar und mein vorbestelltes Taxi wartete auch schon.
Ich hatte ein Hotel mitten im Zentrum, in der Altstadt von Hanoi reserviert und bin dann nach Ankunft dort auch noch eine kleine Runde durch's Viertel spaziert um schon mal einen Überblick zu bekommen.
Pünktlich am nächsten Morgen holte mich dann ein Guide samt Fahrer ab. Fahrer deswegen weil es einfach unmöglich ist in dieser Stadt einen Parkplatz zu finden und der Guide dadurch mehr Zeit mit der Suche vertrödeln würde als mit seinem eigentlich Job, nämlich mir die Sehenswürdigkeiten zu zeigen und erklären. Daher kommt zu jeder gebuchten Tour extra ein Fahrer mit.
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß mir die Wahl der möglichen Ausflüge in Nord-Vietnam sehr sehr schwer gefallen ist. Es gibt einfach viel zu viele schöne Gegenden die einen Besuch wert wären. Und ich habe sehr lange überlegt.......
Am liebsten wäre ich nach Sapa. Sapa, das ist ein kleines Dorf im Gebirge, wo saftig grüne Reisfelder terrassenartig an den sehr steilen Berghängen kleben und ausserdem wäre der "Fansipan" in der Nähe, der höchste Berg Vietnams, der ebenso einen Besuch wert wäre.
Das wäre also wirklich eines meiner Favoritenziele gewesen.......aber......die Fahrt von Hanoi dorthin hätte mindestens 5-6 Stunden (mit Pause noch länger) gedauert und das ist etwas worauf ich wieder absolut keine Lust hatte, denn dann wäre vom Anreise- und Abreisetag nicht mehr viel Zeit für Unternehmungen übrig gewesen.
Und das finde ich immer schade, wenn soviel Zeit mit nur Fahren verschwendet wird, mal davon abgesehen, dass das lange Sitzen sowieso wieder Probleme im Rücken machen würde. Sind die langen Flüge schon immer Horror für mich.
(tja, wenn so ein altersbedingter, rasant abbauender Körper wie meiner, schon wieder so lange Rumsitzen soll, dann vergeht mir halt der Spaß etwas.....zwinker)
Jedenfalls habe ich mir Alternativen gesucht, die etwas weniger Fahrzeit in Anspruch nehmen.
Schließlich gibt es ja noch genügend andere Highlights im Norden des Landes und so hatte ich also letztendlich eine 2-Tages-Tour nach Ninh Binh geplant, einem wunderschönen Tal mit tollen Felsformationen welches in 1,5 - 2 Std. Fahrzeit erreichbar ist, und ausserdem eine 3-tägige Kreuzfahrt in der berühmten Halong Bucht.
Doch nun wieder zurück zu Hanoi (ja ich weiß......ich schweife schon wieder ab mit meinen Erzählungen), schließlich wollte ich an meinem ersten Tag in dieser schönen Stadt auch hier die Sehenswürdigkeiten vor Ort bewundern, bevor ich wieder weiterreisen würde.
Ich wurde also gleich nach dem Frühstück abgeholt und Fahrer und Guide brachten mich, durch den unglaublich heftigen Verkehr Hanois, zu einer Räucherstäbchen-Produktion. Räucherstäbchen gehören zu Vietnam genauso wie Sommerrollen oder Pho (Nudelsuppe).
Ich durfte auch selbst bei der Herstellung der Stäbchen helfen, war nun auch nicht wirklich schwer....lach....und hatte dann noch Zeit die zum Trocknen aufgestellten Stäbchen zu fotografieren (man will ja genauso schöne Bilder haben wie alle Leute sie auf Instagram zeigen.....zwinker) und auch ein paar zu kaufen.

Anschließend ging es weiter zur Hutproduktion......die kegelförmigen Kopfbedeckungen gehören ja schließlich ebenso zu Vietnam, wobei man sie allerdings mehr auf dem Land als in Großstädten sieht. Und die Herstellung von diesen Hüten, man nennt sie übrigens "Non La", ist schon etwas anspruchsvoller als bei dein Räucherstäbchen.
Auch hier durfte ich mithelfen, hab aber dann irgendwann aufgegeben weil bei mir die Nähte einfach nicht so gleichmässig wurden wie bei der Profi-Hutmacherin, die das vermutlich schon seit 70 Jahren oder so macht und mir alles Schritt für Schritt in ihrem wunderbaren vietnamischen Dialekt erklärte.....(und Dank ihrer Gesten haben wir uns trotzdem bestens verstanden.....zwinker)
Übrigens - alles hier ist echte Handarbeit !
Also diese typischen vietnamesischen Non La werden aus Bambus und aus Palmenblättern gemacht. Aus Bambusstäbchen wird der Rahmen gebastelt, dieser mit getrockneten Palmenblättern (die ich erst noch bügeln musste) abgedeckt bzw. eingeflochten und diese dann festgenäht. Und fertig ist der Vietnamesen-Hut......man könnte ihn natürlich auch noch mit schönen Motiven oder Schriftzeichen bemalen.
Der Hut ist übrigens auch wasserdicht ! Man kann ihn also auch mal als Eimer nutzen......oder als Einkaufskorb......oder was weiß ich noch - bei den Vietnamesen (auf dem Lande) ist dieser Hut jedenfalls nicht aus dem Alltag wegzudenken.

Der nächste Ausflug an diesem Tag war gleich im Anschluß daran und diesmal hatte ich eine unglaublich liebe junge Dame (Sandy) als Guide die mir die Sehenswürdigkeiten von Hanoi zeigte.
Und natürlich ging es unter anderem auch in die berühmte "Train Street" von Hanoi. Ja ich weiß......es ist ja nur eine Strasse mit Bahngleisen und vor allem ist es total mega überlaufen mit Touristen.
Dennoch.....wenn ich schon mal in dieser Stadt bin, so wollte ich gerne sehen wie sich ein Zug durch diese Gasse vorbei an Hunderten von Touristen schlängelt (das echte Hanoi konnte ich ja später immer noch bewundern wenn ich wieder durch die Strassen schlendere und in Hinterhöfe gucke....lach)

Also die Züge fahren ein paar Mal am Tag durch diese sehr schmale Gasse die exakt die Breite eines Zuges hat (die Guides wissen zum Glück immer ganz genau wann das sein würde).
Also links von den Gleisen sind Häuser und rechts von den Gleisen sind Häuser, mittlerweile befinden sich in wohl fast allen Gebäuden Restaurants und Cafes die zwischen Hausmauern und Bahnschienen Tische und Stühlchen aufgestellt haben. Und wenn der Zug kommt heisst es mit dem Stuhl etwas nach hinten rücken, Beine einziehen und möglichst ruhig bleiben. Denn der Zug fährt so nah an einem vorbei, daß man ihn berühren könnte wenn man die Hand ausstrecken würde. Hier ist natürlich allerhand los, doch meine liebe Begleitung hatte ja bereits einen Tisch für uns reserviert und ich bekam von ihr auch noch einen echten vietnamesischen Kaffee. Und da gibt es viele besondere Sorten......der bekannteste dürfte wohl der Egg-Coffee sein, der eigentlich irgendwie nach Kekse schmeckt.
Diese berühmte Train Street will die Stadt übrigens schließen bzw. sie war wohl auch schon in den letzten Jahren zweimal aufgrund von Sicherheitsbedenken gesperrt (was ich absolut nachvollziehen kann), aber die Anwohner sträuben sich nach wie vor dagegen, denn die leben ja von den Touris die hier täglich mehrmals vorbeikommen um den Zug zu sehen. Und trotz des Massentourismus ist es ja auch irgendwie ein Highlight. Und wenn ihr mich nun fragen würdet ob ich einen Besuch dort empfehlen kann, so würde ich wohl "Jein" sagen. Denn wie gesagt, es ist ein absoluter Touristen Hotspot und einfach nur mega überfüllt.......doch andererseits, wo kann man schon im Cafe sitzen und dabei quasi einen fahrenden Zug berühren ?
Für mich und Sandy ging es dann jedenfalls weiter, denn die Stadtrundfahrt hatte ja erst begommen. So waren wir z.B. noch im French Quarter, an der Kathedrale, Oper, auf einen Markt......usw
Und es hat richtig Spaß gemacht mit Sandy durch die Stadt zu fahren/laufen, ich konnte dabei wieder allerhand Fragen über Land und Leute loswerden.
Nach dieser Tour bin ich noch alleine losgezogen und durch die vielen verwinkelten engen Gassen der Altstadt geschlendert, habe wieder ganz neugierig Vietnamesen beobachtet und festgestellt, daß diese auch ohne viel Luxus wohl ein glückliches Leben führen. Zumindest sahen alle recht zufrieden aus und ein Lächeln haben sie ja auch fast immer im Gesicht. Alles hier in den Strassen ist voller Leben und geschäftigem Treiben und aufgrund der vielen Strassenküchen wehen einem ständig leckere kulinarische Düftchen um die Nase.
Ach ja......und der Verkehr......der ist einfach nur heftig ! Gerade in diesen engen Gassen wo eh nicht viel Platz ist, aber das ist nun mal Hanoi.
Gegen Abend war ich dann aber wieder fix und fertig, nicht nur von der Hitze (es hatte auch hier im Norden um die 30 Grad) sondern auch von all den schönen Dingen die ich im Laufe des Tages zu Gesicht bekam.
Ich holte mir noch einen Snack und dann ging's ab ins Hotel um die Füsse hochzulegen.













































