Heute würde es also ins Ninh Binh Tal gehen, und dafür hatte ich nun 2 Tage eingeplant um möglichst viel von dieser wunderschönen Gegend zu sehen.
Das Ninh Binh Tal ist bekannt für seine märchenhafte Landschaft die aus abstrakten Kalkfelsen besteht zwischen denen sich kleine Flüsschen durchschlängeln und Reisfelder verstecken. Auch Höhlen gibt es, sowie einen herrlichen Aussichtspunkt.
Und schon wieder kann ich sagen - in diese Ecke des Landes habe ich mich auch verliebt !
Übrigens ist diese Gegend etwas in Gefahr, denn die Zementindustrie ist dabei einen Berg nach dem anderen abzubauen. Die Gebiete Tam Coc und Trang An sind zwar geschützt, aber was drumherum steht darf abgebaut werden und in einigen Jahren ist hier dann nur noch Flachland zu finden. Einfach nur schade !

Natürlich hatte ich für diese beiden Tage wieder meinen eigenen Guide (Truong) und Chauffeur (Sui) und es ging auch früh schon los. Die Fahrt dauerte zum Glück nicht ganz so lange wie zu anderen beliebten Zielen und der erste Stopp war in Hoa Lu, welches irgendwann in grauer Vorzeit die erste Hauptstadt des Landes war und sich ebenso in diesem wunderschönen Ninh Binh Tal befindet und von Kalksteinbergen umgeben ist, die wohl damals in der guten alten Zeit als natürlicher Schutz dienten.
Hier jedenfalls hatte ich die Möglichkeit einige Tempel zu bewundern, bevor die Fahrt weiterging ins Ninh Binh Tal rein, bis zum Ort Tam Coc.
Hier in Tam Coc war dann eine Bootsfahrt angesagt. Ich durfte in ein kleines Holzboot umsteigen, welches von einer Frau gesteuert wurde, die aber mit ihren Füssen ruderte !
Und das ist hier wohl so üblich, denn alle anderen Bootsfahrerinnen (zumindest konnte ich fast nur Frauen sehen) benutzten auch ihre Füsse. Ich stelle es mir ja unglaublich anstrengend vor......und ich habe mal eine Frau gefragt ob sie das den ganzen Tag mache, sie meinte sie hat 4 Fahrten am Tag, aber da eine Fahrt ja 2 Stunden dauert, rudert sie also 8 Stunden am Tag mit ihren Füssen. Also die Damen müssen unglaubliche Beinmuskeln haben....(ich war beeindruckt)
Jedenfalls wurde ich durch eine wirklich traumhafte Landschaft gerudert, es war so still und friedlich, so grün und auch so imposant mit den hochaufragenden Bergen links und rechts vom Boot, ab und zu ging es unter den Bergen in Tunneln durch auf die andere Seite, um nur von noch mehr schöner Landschaft umgeben zu sein. Immer wieder sah man auch Tempel am Ufer oder Vögelschwärme auf den Reisfeldern und so manche Ziege treibt dort ihr Unwesen.
Nach dieser Bootstour durfte ich eine kleine Pause im Hotel machen, bevor es weiterging, zum Sonnenuntergang auf den Drachenberg. Der Berg heißt eigentlich "Ngoa Long Mountain", ich nannte ihn nur Drachenberg weil sich oben auf dem Gipfel ein liegender Steindrache befindet, der wiederum ein absoluter Fotospot für Touristen ist.

der Drachenberg vom Boot aus gesehen und am Abend durfte ich dann dort oben stehen ;-)
Und der Weg dort hoch ist kein Zuckerschlecken. Ich musste ca. 500 Stufen hoch laufen !!! Bei der Hitze wirklich kein Vergnügen, die Luftfeuchtigkeit dazu, die steilen Stufen (also wieder mal kein Spaß für meine altersbedingte äußerst schlechte Kondition).....aber da musste ich nun durch und ich glaube, ich hätte wohl mit jeder Dampflok konkurrieren können....lach.
Es waren natürlich noch sehr viele andere Touristen die diesen Weg nach oben mehr oder weniger schnaufend bewältigten, bis auf ein paar Ausnahmen wo man sich wunderte wie die so locker flockig da hochtrabten.....(beneidenswert).
Die Stufen sind auch nicht gerade niedrig, so manches Geländer etwas wackelig und das alles entspricht ganz sicher nicht dem deutschen Sicherheitsstandard.....grins....aber egal, im Ausland darf man schließlich mit anderen Gegebenheiten rechnen.
Aber Leute.....ich hab es letztendlich geschafft, Stufe für Stufe und mit einem sehr geduldigen Truong im Nacken, so daß er mich im Notfall auffangen konnte, falls mein Kreislauf schlapp machen sollte.
Und oben wird man für die Mühe dann auch wirklich entschädigt. Die Aussicht ist einfach herrlich !
Man sieht über diese wunderschöne Gegend mit den vielen Berggipfeln, dazwischen Flüsschen und Felder und da die Sonne sich dem Horizont näherte, war auch alles in eine schöne Lichtstimmung getaucht.
Es gibt übrigens zwei Gipfel dort oben, auf dem einen steht eine kleine Pagode, auf dem anderen diese Drachenstatue an der sich aber extrem viele Touris tummelten um dort das beste Sonnenuntergangsfoto ihres Lebens zu machen.
Den Gipfel mit dem Drachen habe ich schnell aufgegeben......dort oben war unglaubliches Gedränge, jeder wollte mit diesem Drachen ein Selfie machen und der Pfad rund um diesen Drachen ist sowieso schon mega schmal, so daß ich die Idee diesen Drachen zu umrunden spontan verworfen habe.........bin stattdessen wieder zurück auf den Pagodengipfel und hab die Aussicht bewundert.
Runterwärts war Truong dann dicht vor mir.....wieder für den Fall, daß ich das Gleichgewicht verlieren würde. Er gab sich wirklich Mühe und passt immer gut auf seine Kunden auf.
An diesem Abend war ich jedenfalls mehr als fertig ! Es war ein langer Tag, mit vielen Unternehmungen und Eindrücken, aber ich war auch stolz auf mich, daß ich durchgehalten habe und den letzten Programmpunkt (den Drachenberg) nicht noch wegen Faulheit und schmerzenden Gelenken abgesagt habe.
Ich fiel an diesem Abend wieder todmüde ins Bett, allerdings nicht ohne mir etwas Sorgen zu machen. Hatte nämlich noch die Nachrichten gecheckt und somit gesehen was im Iran los ist und daß Dubai erstmal gesperrt ist (und via Dubai sollte ich ja in einigen Tagen wieder nach Hause fliegen)

















































